{"id":928,"date":"2020-04-25T21:13:32","date_gmt":"2020-04-25T19:13:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ateliersimdelta.de\/z42\/?page_id=928"},"modified":"2020-04-26T09:47:07","modified_gmt":"2020-04-26T07:47:07","slug":"zen-fotografie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ateliersimdelta.de\/z42\/zen-fotografie\/","title":{"rendered":"Zen Fotografie"},"content":{"rendered":"\n<p>Fotografieren kann man ohne Sinn und Zweck. Und auch der Verstand muss nicht beteiligt sein.  Man nimmt eine Kamera und knipst darauf los. So betrachtet ist Fotografieren kinderleicht. Jeder kann sofort Fotografieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal entstehen auf diesem Weg sogar ansehnliche Fotos. Wenn man dem Fotografieren aber einen Sinn und einen Zweck gibt, dann ist es nicht mehr kinderleicht; dann steht das sp\u00e4tere Bild im Mittelpunkt der \u00dcberlegung und es fallen sehr wenige Meisterfotografen einfach vom Himmel. Die Mehrheit der Fotografen hat als Anf\u00e4nger begonnen und nur Wenigen, ist es geg\u00f6nnt, Bilder zu machen, die den Betrachter fesseln und nicht mehr los lassen.<br>Andreas Feininger hat in seinem Buch &#8222;Grosse Fotolehre&#8220; gesagt, dass es nach seiner Erfahrung zwei Arten von Fotografen gibt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Solche, die an den technischen Aspekten des Fotografierens interessiert sind und die in die Technik verliebt sind. Vielleicht meinen sie deshalb, dass Bilder meisterlich sind, wenn sie technisch ohne Makel sind und die richtige Sch\u00e4rfe, die richtige Komposition, die richtige Pespektive, etc. haben \u2013 also Bilder, die technisch einwandfrei gemacht sind. Solche Fotografen haben die beste Ausr\u00fcstung, das neueste Kameramodell, die lichtst\u00e4rksten Objektive und jedes erdenkliche Zubeh\u00f6r. Sie sind so auf die Technik fixiert, dass sie oft nicht wissen, was sie fotographieren sollen und machen selten Aufnahmen, die der M\u00fche wert sind.<\/li><li>Die anderen Fotographen, f\u00fcr die das Bild das Wichtigste ist. Solche Fotographen haben eine Kamera, um Bilder zu machen; Bilder, die jene Motive pr\u00e4sentieren, die sie interessieren und Aussagen \u00fcber die fotographierten Motive machen. Solche Fotografen werden von ihrem Interesse an den Bildern und den Motiven geleitet. Ihr Interesse leitet sie auch bei der Beantwortung der Frage, warum sie die Bilder machen. Solche Fotographen haben verstanden, dass es die richtige Sch\u00e4rfe, die richtige Komposition, die richtige Perspektive nicht gibt. Fotographieren ist in diesem Fall ein Schaffensprozess, der vom Ergebnis und einem Konzept bestimmt ist. Das Konzept erkl\u00e4rt, das Warum des Schaffensprozess genauso wie die Qualit\u00e4t des Prozesses und seiner Ergebnisse. Die Qualit\u00e4t der Ergebnisse h\u00e4ngt mit dem Warum des Schaffensprozesses und der Aussagen des Bilder zusammen. Die Sch\u00e4rfe, die Komposition, die Perspektive, etc. muss zum Warum des Schaffensprozesses und zur Aussage des betrachteten Bildes passen. Es geht also um eine passende Sch\u00e4rfe, eine passende Komposition, eine passende Pespektive, etc. , die besser oder schlechter passen kann in Hinblick auf die Aussage des Bildes. Es geht also nicht, um ein absolutes Richtig oder Falsch, sondern um ein relatives Richtig oder Falsch, das nur im Kontext des Warum des Schaffensprozesses und des gew\u00e4hlten Konzepts richtig oder falsch erscheint.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Genau f\u00fcr jene Fotografen, die das Fotografieren als Schaffensprozess betrachten, sind unsere \u00dcbungen, Workshops, Walks, etc. gemacht.\u00a0Wir betrachten\u00a0den Schaffensprozess als Architekturprozess und\u00a0unsere Lehre der Fotografie ist\u00a0eine Architekturlehre.\u00a0Die Architekturlehre der Fotographie, erlaubt es den Schaffensprozess zu planen und die Ergebnisse zu beschreiben, ohne sich Gedanken \u00fcber die notwendige photografische Ausstattung zu machen. Dazu ist es notwendig, sich auf jene Gestaltungsm\u00f6glichkeiten, Begriffe, etc. zu beschr\u00e4nken, die sp\u00e4ter auch zur Analyse der Bilder herangezogen werden k\u00f6nnen. Solche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten sind unabh\u00e4ngig von der technischen Ausstattung g\u00fcltig und ohne auf die technische Umsetzung einzugehen verst\u00e4ndlich.\u00a0 Wir fassen dazu alle Gestaltungsm\u00f6glichkeiten auch als Bildanalysekriterien auf und analysieren, ob im Kontext des gew\u00e4hlten Konzepts eine passende Komposition der folgend Gestaltungsm\u00f6glichkeiten getroffen wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Haben wir gen\u00fcgend Erfahrung gesammelt, wissen wir eher wohin wir wollen. Dann stellen wir das fotografische Problem, das wir l\u00f6sen wollen, l\u00f6sungsneutal auf. Welche Kamera die richtige daf\u00fcr ist und ob wir eine solche Kamera besitzen, spielt erst bei der Umsetzung und damit bei der L\u00f6sung des Problems eine Rolle. Wer die L\u00f6sung an den Anfang stellt, wird die besten Bilder seines Lebens m\u00f6glicherweise verpassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fotografieren kann man ohne Sinn und Zweck. 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