Ausstellung „transit“ von Markus Kaesler

transit beschäftigt sich mit Räumen, deren Hauptmerkmal darin besteht, dafür gebaut zu sein, wieder verlassen zu werden. Orte, deren Bestimmung nicht im Ankommen oder Verweilen liegt, sondern deren Zweck ihre Durchquerung ist. Das sie-hinter-sich-lassen. Als Teil eines Weges. Nicht als Ziel.

Die Vernissage findet am 17. September 2017 um 16:00 Uhr statt.  Weitere Termine im Text.

 

transit beschäftigt sich mit Räumen, deren Hauptmerkmal darin besteht, dafür gebaut zu sein, um wieder verlassen zu werden. Orte, deren Bestimmung nicht im Ankommen oder Verweilen liegt, sondern deren Zweck ihre Durchquerung ist. Das Passieren. Als Teil eines Weges. Nicht als Ziel. Die Frage nach dem Woher bleibt ebenso offen, wie die Frage des Wohin. Ein pulsierender Schmelztiegel von sich kreuzenden Wegen.

Die Aufnahmen bewegen sich im Spannungsverhältnis zwischen dem Statischen der Architekturen und der Bewegung der Menschen, von denen sie tagtäglich durchquert werden.

Der ursprüngliche reale Ort der Aufnahme spielt zunehmend keine Rolle mehr, da es bei der Aussage der Fotografien mehr um den Transport einer Empfindung geht, als primär um die schlichte Abbildung eines Ortes oder einer Situation.

Ausgangspunkt der Serie ist die Überlegung, einen visuellen Eindruck eines Zustands zu schaffen, der mir in der heutigen Zeit omnipräsent zu sein scheint: die aus zunehmender Mobilität und Vernetzung resultierende Geschwindigkeit des Lebens. Immer mehr Menschen sind in ständiger Bewegung. Lokal, global, online, offline, aus freiem Willen und auch gezwungener Maßen.

transit versucht diesen Status der Schnelligkeit und des Dazwischen mit fotografischen Mitteln sichtbar zu machen und die Fragen nach dem Woher? und Wohin? zu stellen, die aus diesem empfundenen Zustand der Geschwindigkeit hervorgehen. Existiert das Ankommen noch, oder befinden wir uns in einem ständigen Zustand des transit ?

Um diesem Gefühl, das ich in heutigen modernen Gesellschaften empfinde, visuellen Ausdruck zu verleihen, verwende ich eine besondere Bildsprache. Eine Bildsprache, die diese andauernde (gefühlte ?) Rastlosigkeit aufgreift und auf dem Spiel mit dem Spannungsverhältnis zwischen den Gegensätzen Bewegung und Statik beruht.

Die Grundformen der Transiträume bleiben bestehen und durch simultane Mehrfachbelichtungen wird der Eindruck von Bewegung erzeugt. Der optische Eindruck von Geschwindigkeit wird dabei durch das denkbar langsamste fotografische Aufnahmemedium erzeugt: mit einer Camera Obscura; der Eindruck von Bewegung entsteht vom Stativ aus. Die bewegt erscheinenden Bilder haben ihren Ruhepol in der Entstehung.

Diese Verbindung vermeintlich unvereinbarer Gegensätze trägt für mich zu einer Stimmigkeit zwischen Aufnahmetechnik und Bildaussage bei.

transit ist für mich ein weiterer Ansatz meiner fotografischen Beschäftigung mit den Elementen Zeit, Statik, Bewegung, Ruhe und dem Raum, der sich zwischen diesen Gegensätzen befindet. Themen,um die die meisten meiner Serien kreisen.

in between beispielsweise zeigt Raum/Zeit/Licht -Spuren zwischen Ländern,

shapes of structure beschäftigt sich mit der Suche nach der Ruhe in der Bewegung. Auf der Ebene der Bildsprache ist transit eine Art Spiegelung dazu, da es fotografisch die Suche nach der Bewegung in der Ruhe ist.

Während es bei shapes of structure um die Reduktion der Motive auf ihre Grundformen geht, spielen sich bei transit elementare, spannenden Momente in den Details ab. Die Komposition der kompletten Fotografie schafft den Rahmen.

Die Arbeiten sind bildgestalterisch zunächst einmal Blicke in (Innen-) Räume – insight views – Einblicke in real existierende Transitbereiche. Des Weiteren eröffnen sie, im übertragenen Sinn, einen Blick auf Gesellschaften, die mehr denn je von Mobilität und Schnelligkeit geprägt zu sein scheinen. Der ursprüngliche Aufnahmeort verliert an Bedeutung und das Bild wird zu einer Art Metapher, die Fragen nach dem Woher und Wohin aufwirft. Fragen die den Blick auf das Innere eines jeden einzelnen Betrachters leiten (können).

Diese Möglichkeit der Betrachtung auf mehreren Ebenen spiegelt sich auch im Aufbau der Bildsprache wieder, die mit dieser Mehrschichtigkeit korrespondiert. Von der Wirkung des Bildes als Ganzes bis hin zur Betrachtung der feinen Details.

Termine

Vernissage: 17. September 2017 um 16:00 Uhr .
Künstlergespräch: 8. Oktober 2017 um 16:00 Uhr .
Technik-Talk: 22. Oktober 2017 um 16:00 Uhr .
Finissage: 12. November 2017 um 16:00 Uhr.

Die Ausstellung ist an folgenden Tagen geöffnet:
Donnerstag 28.9.17, 12.10.17, 26.10.17 und 9.12.17 zwischen 18:00-20:00 und Sonntag 17.9.17, 8.10.17, 22.10.17 und 12.10. 17 zwischen 16:00-18:00